--- Der Film für neue Konfis --- Aktuelle Informationen zum Gottesdienst für die Gemeinde --- 

Evangelisch in Bad Königshofen 

 

Liebe Gemeinde, 

 

„das ist ja wie im Film“, sagt man manchmal, wenn einem Unglaubliches widerfährt. Dabei ist noch nicht ausgemacht, ob es sich um einen Katastrophenfilm oder ein Heldenepos mit Happyend handelt. Unser Gemeindeleben hat momentan Elemente beider Genres. Große Helden, die in Zeiten von Corona dafür sorgen, dass KIrche trotzdem zu den Menschen kommt. Genauso aber gibt es die tragischen Momente, in denen man sich wünscht, jemand käme und sagte: „Alles nicht echt! Alles nur ein schlechter Film!“ Wir warten vergeblich. 

Das waren noch Zeiten, in denen in unserer Kirche Gottesdienst gefeiert wurde. 

 

Beeindruckend noch die ersten Predigten zur Fastenpredigtreihe mt Otto Funck von den Mennoniten, der über das mennoni- tische Christsein in Paraquay informiert hat. Oder der Gottesdienst mit Pfarrvikar Paul Mutume, der die Merkmale afrikanischer Christen so mitreißend gepredigt hat - und zur Veranschaulichung der typischen christlichen Freude den Chor „Kreuz und Quer“ mitgebracht hat. 

 

Das waren noch Zeiten, in denen unsere Kirche und im Anschluss unser Gemeindehaus so gut zum Weltgebetstag der Frauen besucht war, und man sich in Texten, Bildern und Speisen verbunden fühlen konnte mit den Christen in Simbabwe.
Das waren noch Zeiten, als man früh aufstehen durfte, um Mittwoch morgens im Gemeindehaus zur Frühschicht aufzutauen und dann gestärkt durch Gebet und Frühstück in den Tag starten konnte. 


Und dann kam das Virus, und mit ihm mussten wir alle Veranstaltungen absagen: Karwoche, Ostern, Konfirmation, Himmelfahrt, Frauenfrühstück, Gruppen und Kreise, Gemeindefest, Gottesdienste - nichts ist mehr, wie es vorher war. Wie in einem schlechten Film.
Ausgerechnet mit Filmen haben wir versucht, dem Virus mit seinen Folgen in unserer Gemeinde die Stirn zu bieten. Seit dem Sonntag Lätare können Sie an allen Sonn- und Festtagen einen Videogottesdienst auf unserer Homepage anschauen. Gut 3000 (!) Mal wurde unsere Homepage allein im Monat März besucht. Viele Rückmeldungen aus den evangelischen Gemeinden Bad Königshofen und Sulzdorf, aber auch über Konfessions- und Ländergrenzen hinweg haben uns darin bestätigt, dass die Videogottesdienste nicht nur ein lauer Ersatz sind, sondern tatsächlich zur Verkündigung beitragen. 


Die Helden dieser Filme sind Leon und Wolfgang Klör, die unsere Homepage betreuen und oft bis tief in die Nacht getüftelt haben, damit die Filme dort für jedermann abrufbar sind. 

Oscarreif auch das Enagegment von Monika Oser und Harald Dittrich, die in so vielen Gottesdiensten mitgeholfen haben, dass durch Gesang und Orgelspiel die Filme nicht nur Texte und Botschaft, sondern auch viel Gefühl transportieren konnten.  

 

Natürlich können die Filme den „echten“ Gottesdienst nicht ersetzen. Es braucht echte Begegnungen zwischen Menschen. Deswegen gibt es seit kurzem auch eine Bank der Begegnung vor dem Pfarrhaus. Auf die Idee ist eigentlich Pfarrer Menzel aus Mellrichstadt gekommen, aber wir haben uns gerne angeschlossen und fix eine alte Bank aus dem Melanchthonheim-Keller heraufgeholt und restauriert. Jetzt steht sie vor dem Pfarrhaus, und man kann uns dort jeden Dienstag und Mittwoch von 18 bis 19 Uhr im echten Gespräch begegnen. 


Im Film ist die Geschichte meist nach ca. 2 Stunden zu Ende erzählt - oft mit glücklichem Ausgang. Am Ende sind wir mit der Coronageschichte noch nicht. Was mit der ausgefal- lenen Konfirmation wird, wie der Unterricht für die neuen Konfis aussehen wird, wie unsere Gottesdienste aussehen werden, wann wir sagen werden: „Das war eine schwere Zeit - aber wir haben sie überstanden!“ - all das ist noch offen. 


Johann Gottfried Herder hat einmal einen klugen Satz gesagt, den ich hier gerne zitiere: „Glaube ist weder Wissen noch Ahnen, weder ein bloßes Hoffen noch Wünschen; er ist eine stille Zuversicht des Unsichtbaren nach dem Maßstab des Sichtbaren; ein Ergreifen der Zukunft.“ Ohne zu Wissen oder zu Ahnen, was die Zukunft bringt, werden wir sie im Glauben an Gott doch doch voller Zuversicht annehmen und gestalten.“ Bleiben Sie gut behütet und gesund!  

 

 

  

 

 

 

Gemeinde-(er)-Leben 

Chor Kreuz & Quer) 

Video-Gottesdienst 

(Foto: H. Friedrich) 

M. Oser und H. Dittrich 

musizieren für den Gottesdienst 

Fastenpredigtreihe 2020 

mit Paul Mutume 

Bank der Begegnung 

(Foto: H. Friedrich) 

Man steht auch im Zweifel in der wahrheit. Verzweifelt man gerade am Sinn des Lebens, dann ist gerade der Ernst dieses Zweifels der Ausdruck des Sinnes, in dem man immer noch lebt, der Ausdruck der Gegenwart des Göttlichen im erlebnis des völligen von ihm Getrenntseins.

Paul Tillich

Der Theologe und Religionsphilosoph wurde am 20. August 1886 in Starzeddel, Landkreis Guben (Niederlausitz), geboren. Tillich gehörte neben Karl Barth, Dietrich Bonhoeffer, Rudolf Bultmann und Karl Rahner zu den einflussreichsten deutschen Theologen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Weltweiten Ruf erlangte tillich nach seiner Emigration 1933 in die USA. Er starb am 22. Oktober 1965 in Chicago.

Foto: epd-bild