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Evangelisch in Bad Königshofen 

Liebe Leserin, lieber Leser, 

 

für Ostern braucht man zwei gekochte  

Eier - mindestens! Sonst kann nicht  

Ostern werden.  

Und dann muss man die Eier ticken, düpfen, ditschen, 

tüppen, kitschen, pecken, tütschen, dotzen, boxen,  

klöckeln oder kicken – egal wie man es nennt,  

die Regeln sind immer die Gleichen: Immer zwei treten gegeneinander an und stoßen die Eier mit den spitz zulaufenden Enden zusammen – der, dessen Ei ganz bleibt, darf weitermachen. 

Vielleicht kennen Sie diesen Osterbrauch ja aus Ihrer Kindheit, und wenn nicht, dann sollten Sie ihn mal ausprobieren. Denn das Gute ist - wie immer an Ostern: Es gibt keine Verlierer bei diesem Spiel. Na klar, wenn zwei Eier zusammen - titschen (so nenne ich das), geht eins meistens zu Bruch. Aber das soll ja auch genau so sein. Wenn die harte Schale nicht geknackt wird, dann kommt man ja auch nicht an den leckeren Inhalt. 

Ich weiß, meistens ist es anders: Da gilt, nur wer unbeschadet durchs Leben kommt, der hat gewonnen. 

Der, der die härteste Schale hat, kann sich am Besten im Leben bewähren. 

Wer das dickste Fell hat, wird seltener verletzt, wer die besseren Abwehrkräfte hat, wird weniger krank. In der Biologie nennt man das „Survival oft the fittest“, das Gesetz des Stärkeren. Das hat sich in der Evolution so bewährt. Bis heute. 

 

Ostern ist das anders. 

 

Es fängt ja schon damit an, dass im Mittelpunkt unseres Osterfestes ein Mensch mit einer ziemlich angeknacksten Lebensgeschichte steht. Ein Gekreuzigter. Kein Held. Keiner mit dickem Fell. Einer, der den Stärkeren offensichtlich nicht viel entgegensetzen konnte. Oder wollte. 

Einen Knacks hat auch das Grab bekommen, in das man ihn gelegt hat. Der schwere Stein, den drei erwachsene Frauen nicht hätten bewegen können, der ist zur Seite gerollt. Was ihren toten Herrn eigentlich bewahren und beschützen sollte, steht nun offen vor ihnen. 

Ostern ist es dringend notwendig, dass auch unsere harte Schale einen Knacks bekommt. Denn durch jeden Bruch und jeden Riß in unserer harten Schale dringt das Licht Gottes in unser Dunkel. Und in diesem Licht erkennt jeder: Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaft auferstanden. 

 

Ihr Pfarrer 

 

Gemeindebrief