Unser Stimmen für die Demokratie!

Sechs Königshöfer Chöre
Bildrechte R. Seelmann

Ökumenische Chorandacht in Bad Königshofen mit über 100 Sängerinnen und Sängern

Über 100 Sängerinnen und Sänger wirkten mit bei einer ökumenischen Chorandacht am vergangenen Freitag in der gut besuchten katholischen Stadtpfarrkirche. Veranstaltet wurde die Feier von der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde in Zusammenarbeit mit dem Dekanatsbezirk. Anlass war die Kampagne „Unser starkes Kreuz für die Demokratie“ im Vorfeld der bayrischen Kommunalwahl am 8. März (https://unser-starkes-kreuz.de/). Alle sechs Bad Königshofener Chöre hatten ihre Mitwirkung kurzfristig zugesagt und damit ein deutliches Bekenntnis zur Demokratie gegeben. Jeder Chor trug zwei Stücke aus seinem Repertoire bei und so waren Lieder aus dem Barock bis in die Gegenwart zu hören. Alle Beiträge, ob klassisch oder modern, sandten eine Friedensbotschaft oder mahnten zum Frieden in einer gerechteren Welt. Zwischen den Chorsätzen wurden Texte verlesen, welche einige Parallelen zwischen Chorsingen und Demokratie beleuchteten. Die Fähigkeit, auf Papier gedruckte Noten gemeinsam Wirklichkeit werden zu lassen z.B. brauche es auch für die Demokratie: „Verfassungen, Grundgesetze und alles, was darauf aufbaut, müssen aus den toten Buchstaben zum Leben erweckt werden.“ Das sei immer wieder die Gemeinschaftsaufgabe im „Chor der Demokratie“. Oder auch die Motivation, die eigene Stimme einzubringen und mitzuwirken: Menschen und Menschengruppen, die sich in der Demokratie nicht beteiligen, die nicht beachtet oder gar ausgegrenzt werden, „fehlen im Gesamtklang“. Alle gemeinsam müssten darauf achten, dass auch die Schwächeren und Stillen zu ihrem Recht kämen, dass auch ihre Stimmen gehört werde. Ein kurzer Rückblick zum Beginn des 19. Jahrhunderts auf die historischen Wurzeln der Chorbewegung im deutschsprachigen Raum zeigte, dass diese sich von Beginn an als demokratische Bewegung verstand. Folgerichtig heißt es heute in der Präambel des Deutscher Chorverbandes: Chöre sind wichtige Akteure des Gemeinwesens und integrativer Bestandteil für den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft. Als Teil der Zivilgesellschaft tragen sie zur Vermittlung demokratischer Grundwerte sowohl in der Chor- als auch in der Verbandsarbeit bei.“ Pfarrer Lutz Mertten und Bildungsreferent Stefan Wurth gestalteten mit Lesungen aus der Bibel und aus kirchlichen Dokumenten sowie mit Gebet und Fürbitten den geistlichen Charakter der Andacht. Das Fazit daraus: „Die Maßstäbe von Bibel und Christentum können in einem freiheitlich-demokratischen System am besten Raum gewinnen.“ Daher setze sich die Evangelisch-Lutherische Kirche aktiv für dessen Schutz und ein menschliches Miteinander in der Politik ein. Einen großen gemeinsamen Gesang stimmten alle Anwesenden zum Abschluss an mit dem Kanon „Dona nobis pacem“ – „Gib uns Frieden“. (Stefan Wurth)